Karriereguide Pentester

Wie wird man eigentlich Pentester? Was verdient ein Pentester? Haben Quereinsteiger auch eine Chance? Und was macht ein Penetration Tester so den ganzen Tag? Dies uns mehr beantworte ich in diesem Beitrag.

Karriereguide Pentester

Das Wichtigste in Kürze

  • Pentesting ist anspruchsvoll, aber machbar. Ein Hintergrund als IT-Systemadministrator oder (Web-)Entwickler sind eine gute Ausgangsbasis. Aber auch motivierte Quereinsteiger haben gute Chancen.
  • Das Gehalt als Pentester liegt im Durchschnitt zwischen € 54.100 und € 72.700, je nach Qualifikation und Erfahrung.
  • Der Job als Penetration-Tester hat viele Facetten, ist abwechslungsreich und zukunftssicher und mit guten Möglichkeiten zur Weiterentwicklung
  • Empfehlenswerte Zertifizierungen: OSCP (Offensive Security), GPEN (SANS/GIAC), GWAPT (SANS/GIAC)

Was macht ein Penetration-Tester?

Als Penetrationstester, kurz Pentester, führst du simulierte Cyberangriffe auf die Netzwerke und Computersysteme eines Unternehmens durch. Dabei nutzt du eine Vielzahl von Hacking-Tools und Techniken, um Sicherheitslücken zu finden, die durch Angreifer ausgenutzt werden können.

Ein Penetrationstest hilft Unternehmen Sicherheitslücken und Schwachstellen zu erkennen und zu schließen bevor böswillige Hacker diese auszunutzen.

Eine Karriere als Pentester beginnt oft mit einer Einstiegsposition in der IT oder IT-Sicherheit.

Gehalt von Penetration-Testern

Pentester können mit einem Einstiegsgehalt ab 54.100 rechnen. Pentester mit Erfahrung, Seniors und Team-Leads auch noch mit deutlich mehr.

Junior-Pentester (bis 3 Jahre Erfahrung) 54.100 Euro pro Jahr Pentester (3-6 Jahre Erfahrung) 61.300 Euro pro Jahr Senior Pentester und Team-Leads (6 und mehr Jahre Erfahrung) ab 72.700 Euro pro Jahr

Das sind aktuelle Durchschnittswerte für Deutschland im Jahr 2026, die von Faktoren wie Unternehmen, Branche, Bundesland, Stadt und nicht zuletzt dem eigenen Lebenslauf abhängen.

Aufgaben von Penetrationstestern

Die alltäglichen Aufgaben eines Pen-Testers variieren je nach Unternehmen. Im Folgenden sind typische Aufgaben und Zuständigkeiten, die du in dieser Funktion antriffst:

  • Durchführung von Sicherheitstests für Anwendungen, Netzwerkgeräte und Cloud-Infrastrukturen
  • Entwurf und Ausführung emulierter Social-Engineering-Angriffe
  • Forschung und experimentieren mit verschiedenen Angriffsarten
  • Entwicklung von neuen und erweiterten Methoden für Penetrationstests
  • Überprüfung von Code auf Sicherheitsschwachstellen (Code Review)
  • Reverse Engineering von Malware oder Spam
  • Dokumentation von Sicherheits- und Compliance-Problemen
  • Automatisierung gängiger Testverfahren zur Verbesserung der Effizienz
  • Verfassen von technischen Berichten und Reports
  • Kommunikation der Ergebnisse sowohl an das technische Personal als auch an die Geschäftsleitung
  • Nachprüfung von Sicherheitsverbesserungen

Wo arbeiten Pentester?

Penetrationstester arbeiten fast immer in einer der drei nachfolgend aufgeführten Umgebungen.

In-House Pentester: Als interner Penetrationstester arbeitest du direkt für ein Unternehmen oder eine Organisation. Dadurch lernst du in der Regel die Stärken und Schwächen des Unternehmens gut kennen. Möglicherweise hast du auch viel Einfluss auf die IT-Sicherheitsarchitektur und die Auswahl neuer Sicherheitstechnologien.

Beratungsunternehmen: Viele Unternehmen beauftragen ein externe Sicherheitsfirma mit der Durchführung von Penetrationstests. Diese Arbeit bietet naturgemäß mehr Abwechslung bei den Arten von Tests, die du planst und durchführst.

Freiberuflich: Einige Penetrationstester arbeiten als Freiberufler. Dieser Weg bietet noch mehr Flexibilität, aber du musst zusätzliche Zeit und auch Aufwand für die Akquise von Kunden und Projekten einplanen.

Penetration-Tester oder Ethical Hacker – was sind die Unterschiede?

Die Begriffe Ethical Hacking und Pentesting werden in der Welt der Cybersicherheit manchmal synonym verwendet. Die beiden Begriffe haben jedoch leicht unterschiedliche Bedeutungen. Bei Penetrationstests geht es darum, Sicherheitslücken in bestimmten Informationssystemen aufzuspüren, ohne Schaden anzurichten. Ethical Hacking ist ein weiter gefasster Begriff, der ein breiteres Spektrum an Hacking-Methoden umfasst. Du kannst Penetrationstests als eine Facette des Ethical Hacking betrachten.

Wir wird man denn jetzt Penetration-Tester?

Als Penetrationstester kannst du dein Geld als „Berufshacker“ verdienen – indem du dich legal in Systeme einhackst. Wenn du dich für IT-Sicherheit, Cybersicherheit und IT im Allgemeinen interessierst, kann dies ein enorm spannender Job sein. Nachfolgend gehe ich näher auf die Schritte ein, die du unternehmen kannst, um deinen ersten Job als Penetrationstester zu bekommen.

Penetrationstester brauchen ein solides technisches Verständnis von Informationstechnologie und der Sicherheitssysteme, um sie auf Schwachstellen zu testen. Dazu gehören:

  • Kenntnisse von Netzwerktechnologien, Betriebssystemen und (Web-)Anwendungssicherheit
  • Kenntnisse von Webentwicklungsframeworks (Backend und Frontend)
  • Cloud-Architektur und Micro-Services, Kubernetes
  • Cloud-Services (Azure, AWS, GCP)
  • Kenntnis systemnaher Programmiersprachen (beispielsweise C)
  • Skripterstellung (Python, BASH, Java, Ruby, Perl, PowerShell)
  • Angriffstechniken (Exploits, Code Injections, Phishing, usw.)
  • Umgang mit Pentesting-Tools und Toolkits wie Burp, Nessus, Metasploit, nmap, Kali Linux, Bloodhound, usw.
  • Virtualisierung mit VMWare, VirtualBox oder XEN
  • Technisches Schreiben und Dokumentation
  • Threat Modelling
  • Grundlagen der Verschlüsselung und Kryptographie
  • Technologien für den Fernzugriff

Das Vorgehen zum Erwerb der notwendigen theoretischen Kenntnisse und praktischer Skills ist dabei sicherlich sehr individuell. Ebenfalls sei erwähnt, das Pentester häufig mit einem Fokus auf ein Spezialgebiet beginnen, beispielweise Penetrationstests von Webanwendungen, und sich im Laufe ihrer Karriere auch in anderen Gebieten „heimisch werden“.

Nachfolgend sind einige Vorschläge aufgeführt, die sich in der Praxis gut bewährt haben.

1. Starte in einer IT-Einstiegsposition

Viele Penetrationstester beginnen in der IT-Systemadministration, der Anwendungsentwicklung oder einer technischen IT-Sicherheitsrolle, bevor sie sich auf die Durchführung Pentests spezialisieren. Wenn du eine Karriere in diesem Bereich anstrebst, solltest du in einer Position wie Netzwerk- oder Systemadministrator, Programmierer, Web-Anwendungsentwickler oder IT-Security-Analyst beginnen, um deine IT-Kenntnisse zu erweitern.

2. Bilde dich selbst weiter – und spreche darüber

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. In Erweiterung zu den anderen hier aufgeführten Optionen gibt es eine Unmenge an Material im Internet (Google hilft…), Tutorial-Videos sowie Bücher, die das Selbststudium unterstützen. Baue ein eigenes Pentesting-Lab mit virtuellen Maschinen oder bei einem Cloud-Anbieter, und lege einfach los!

3. Nimm an einem guten Pentesting-Kurs teil

Eine der besten Möglichkeiten, sich Fähigkeiten anzueignen, die du als Penetrationstester benötigst, ist die Teilnahme an speziellen Kursen oder einem Trainingsprogramm. Mit solchen Programmen kannst du in einer strukturierteren Umgebung lernen und gleichzeitig mehrere Fähigkeiten auf einmal erwerben.

Es gibt recht viele Angebote dazu auf dem Markt. Die Kurse von Coursera, Cybrary oder von Pentester Academy seien hier stellvertretend erwähnt. Etwas teurer, aber sehr zu empfehlen, sind die Kurse mit den zugehörigen Labs von Offensive Security, z.B. der PEN-200 als Vorbereitung auf die OSCP-Zertifizierung.

4. Lasse dich zertifizieren

Mit einer Zertifizierung im Bereich des Penetration-Testing oder Ethical Hackings zeigst du Personalverantwortlichen, dass du über die erforderlichen Fähigkeiten verfügst, um in der Branche erfolgreich sein zu können. Achte bei der Auswahl der Zertifizierung darauf, dass dein Marktwert als Penetrationstester durch das Erlangen des Zertifikates steigt. Die Relevanz der in Frage kommenden Zertifizierungen lässt sich auch leicht in den Jobportalen selbst prüfen – Zertifikate die explizit gesucht werden sind dabei als wertvoller einzustufen. Grundsätzlich kann ich die folgenden Zertifizierungen als empfehlenswert einstufen – auch wenn das sicherlich keine abgeschlossene Liste darstellt:

  • Offensive Security Certified Professional (OSCP)
  • GIAC Penetration-Tester (GPEN) als zugehörige Zertifizierung zum SANS Kurs 560
  • GIAC Web Application Penetration-Tester (GWAPT) als zugehörige Zertifizierung zum SANS Kurs 542
  • Auch noch empfehlenswert: Certified Ethical Hacker (CEH)

Um eine dieser Zertifizierungen zu erlangen, musst du in der Regel eine Prüfung ablegen. Da diese Zertifizierungen teilweise mit hohen Kosten verbunden sind, unterstützen auch manche Unternehmen ihre Mitarbeiter dabei finanziell.

5. Übe in realen und simulierten Umgebungen.

Viele Unternehmen wollen Penetrationstester mit Vorkenntnissen einstellen. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, auch außerhalb des Arbeitsplatzes Erfahrungen zu sammeln. Viele Online-Trainingsprogramme für Pentests beinhalten praktische Tests in simulierten Umgebungen.

Eine weitere Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln (und sich im Lebenslauf zu profilieren), ist die Teilnahme an Bug-Bounty-Programmen, beispielweise über Bugcrowd oder HackerOne. Bei diesen Programmen bieten Unternehmen in der Regel Geldprämien für unabhängige Pentester und Sicherheitsforscher an, die Sicherheitslücken oder Fehler in ihrem Code finden und melden. Dies ist eine hervorragende Möglichkeit die eigenen Fähigkeiten zu verbessern und auch Kontakte zu knüpfen.

Es gibt mehrere Websites, die Penetrationstestern die Möglichkeit bieten, auf legale Weise zu üben und zu experimentieren, und zwar auf spielerische Art und Weise. Hier sind einige, die den Einstieg erleichtern:

Und schließlich gibt es die Möglichkeit an Capture-the-Flag (CTF) Hacking-Wettbewerben teilzunehmen. Typischerweise besteht das Ziel von CTF-Aufgaben darin, ein Computersystem zu hacken und eine “Flagge” in Form einer Textdatei zu finden. Eine umfangreiche Liste von CTFs findet sich beispielsweise auf der Website CTF Time.

Brauche ich einen Abschluss, um Penetrationstester zu werden?

Es kann zwar hilfreich sein, einen Abschluss in Informatik oder IT-Sicherheit zu haben, aber nicht für alle Stellen im Bereich Penetrationstests ist ein solcher erforderlich. In der Regel kommt es mehr auf Ihre Erfahrung und Ihre Fähigkeit an, die Aufgabe zu bewältigen, als auf Ihren Abschluss (falls vorhanden). Wenn du im Bereich IT-Sicherheit anfangen willst, ohne einen entsprechenden Abschluss zu haben, kann es jedoch sehr hilfreich sein, eine Zertifizierung anzustreben, um die eigenen Fähigkeiten quasi von externer Seite bestätigen zu lassen.

Gründe ein Pentester zu werden

Eine Karriere als Pen-Tester bietet dir die Möglichkeit, deine Hacking-Fähigkeiten zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen, indem du hilfst, dass sich andere vor Cyber-Kriminellen besser zu schützen. Es handelt sich außerdem um einen gefragten und gut bezahlten Berufsweg.

Berufsaussichten von Pentestern

Da mit zunehmender Digitalisierung der Schutz von IT-Infrastrukturen immer wichtiger wächst die Zahl offener Stellen dieses Jahrzehnt für IT-Sicherheitsanalysten, einschließlich Pentestern, überproportional mit 31%. Nach einer Studie von ISC2 ist das Wachstum fast dreimal so hoch wie für IT-Spezialisten.

Karrierepfad für Penetrationstester

Mit zunehmender Erfahrung als Penetrationstester kannst du zur Leitung eines Pentest-Teams aufsteigen. Einige Penetrationstester werden zu IT-Sicherheitsmanagern und können auch in hohe Führungspositionen von Unternehmen aufsteigen.

Aber um ehrlich zu sein: Durch das hohe technische Verständnis das Pentester erwerben, stehen ihnen fast alle Türen in der IT offen.

Lust auf Penetration Testing?

Wenn das für dich alles spannend klingt, dann schreib und doch mal. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Team-Mitgliedern! .

Kurz & bündig

Weitere Fragen und Antworten

Mit ein bis vier Jahren Berufserfahrung in IT und Informationssicherheit lässt sich in der Regel in eine Penetrationstester-Rolle wechseln. Kein Karriereweg gleicht dem anderen – wer früh praktische Skills aufbaut und eine Zertifizierung wie OSCP erwirbt, kann den Einstieg deutlich beschleunigen.

Ein formaler Abschluss ist für Penetrationstester nicht zwingend erforderlich. Ein Bachelor oder Master in Informatik, IT-Sicherheit oder Informationssicherheit kann die Bewerbung stärken – in der Praxis zählen jedoch nachgewiesene Fähigkeiten und Zertifizierungen wie OSCP, GPEN oder GWAPT oft mehr als der Abschluss selbst.

Ja, auch motivierte Quereinsteiger haben gute Chancen. Besonders hilfreich ist ein Hintergrund als IT-Systemadministrator oder (Web-)Entwickler. Wer praktische Erfahrung in Lab-Umgebungen sammelt, an Bug-Bounty-Programmen teilnimmt und eine Zertifizierung wie den OSCP anstrebt, kann den Einstieg auch ohne klassischen Werdegang schaffen.

Penetrationstester verdienen in Deutschland im Durchschnitt zwischen 54.100 € und 72.700 € pro Jahr. Junior-Pentester (bis 3 Jahre Erfahrung) starten bei rund 54.100 €, mit 3 bis 6 Jahren Erfahrung sind etwa 61.300 € üblich, und Senior-Pentester oder Team-Leads (ab 6 Jahren) verdienen ab 72.700 € aufwärts.

Penetrationstester brauchen ein solides Verständnis von Netzwerktechnologien, Betriebssystemen und Web-Anwendungssicherheit. Wichtig sind außerdem Skripting- und Programmierkenntnisse (etwa Python, Bash oder PowerShell), Wissen über Cloud-Architekturen (AWS, Azure, GCP), gängige Angriffstechniken sowie der sichere Umgang mit Tools wie Burp Suite, Metasploit und nmap.

Zu den anerkanntesten Zertifizierungen zählen der OSCP (Offensive Security Certified Professional), der GPEN (GIAC Penetration Tester) und der GWAPT (GIAC Web Application Penetration Tester). Auch der CEH (Certified Ethical Hacker) ist verbreitet. Besonders der OSCP gilt durch seine praxisnahe Prüfung als wertvoller Karrierebaustein.

Penetrationstester arbeiten mit spezialisierten Werkzeugen wie Burp Suite, Nessus, Metasploit, nmap, Kali Linux und Bloodhound. Damit decken sie Aufgaben von der Schwachstellensuche über das Ausnutzen von Sicherheitslücken bis zur Analyse von Netzwerken und Active-Directory-Umgebungen ab.

Ja, Penetrationstester können in vielen Fällen remote arbeiten. In der Praxis ist es meist ein Mix aus Vor-Ort-Einsätzen und remote durchgeführten Tests. Da immer mehr Systeme in die Cloud wandern, geht der Trend – wie in vielen IT-Berufen – klar in Richtung Homeoffice und Telearbeit.

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